Afrika Linie

Von Anfang an war die „African Line“, diese Serie von Tabaken mit ihren afrikanischen Namen, ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Hans Wiedemann und mir. Während Hans sein riesiges Talent und sein ganzes Know-how beim Mischen der Blends einbrachte bzw. einbringt, besteht mein Anteil eher in der Konzeption der Tabake dieser Reihe. Wie das geht? Ganz einfach: viel telefonieren, viel mischen, Päckchen verschicken, viel rauchen und wieder viel telefonieren, viel mischen… 

Und wie entstand die African Line?

Ganz zu Beginn hatten wir uns überlegt, – auch mit einem geringfügig neidvollen Blick auf die stilistische Vielfalt des Tabakangebots auf der anderen Seite des großen Teichs – einige Blends zu kreieren, die stilistisch von dem abweichen, was hierzulande erhältlich war. Dabei waren es vor allem ungewöhnliche Latakiamischungen, die wir im Blick hatten: Latakia mit Burley und Perique zu kombinieren, starke Primäraromen anders zu gewichten als das bislang hier gängig war. 

So entstanden mit einem Jahr Vorlauf im Jahr 2012 die ersten Mischungen: Der Tuarekh als fast klassische Balkan-Mischung und der Tigray, eine Latakia-Mischung mit Burley und Perique. Diese beiden bildeten das Rückgrat der Reihe. Dazu gesellten sich zwei „extremere“ Blends: der erdig süße Zulu mit sattem Latakia-Anteil – perfekt zu Rum oder Speyside Whisky oder aber einem Weißbierbock. Und der ungewöhnliche Khoisaan, der trotz des hohen Latakia-Anteils der süßeste Latakia Blend ist, den ich kenne – neben dem Fayyum mein persönlicher Latakia-Favorit der Reihe. Der Makhuwa mit seiner milden Nussigkeit war unser Blick nach USA.

Ermuntert von dem riesigen Erfolg der Reihe haben wir sofort beschlossen, die African Line zu erweitern, dieses Mal aber nicht um Nischen, sondern um zwei Klassiker. Das Resultat? Nach einem weiteren Jahr Arbeit erblickten 2013 der Fayyum und der Indaba das Licht der Welt. Der Fayyum ist eine klassisch-vollmundige englische Mischung mit unenglischem Kentucky, der Indaba eine sehr süße, cremig wie erdige Virginia-Interpretation. Beide wieder ein großer Erfolg!

Für 2014 wollten wir dann als Erste für Europa einen Latakia Krumble Kake versuchen. Wir haben als Einstieg ins Konzept erst mal unsere Latakia Blends gepresst, um zu sehen, was passiert, und um auf Basis dieser Erfahrungen etwas Neues zu beginnen. Nun, die Ergebnisse waren sehr unterschiedlich, allerdings hat uns der gepresste Fayyum so dermaßen beeindruckt, dass wir spontan beschlossen haben, nicht neu zu mischen: der Fayyum Special Kake war geboren. Noch weicher, noch süßer und langsamer brennend, quasi eine „Fayyum Riserva“.

Im Herbst 2015 kam der Asmara hinzu, der uns von all unseren Blends am längsten beschäftigt hat – gut zwei Jahre, immer mal wieder unterbrochen und auch einmal kurz vor der Kapitulation. Aber wir haben nicht aufgegeben. Ein feingliedriger Orient-Blend sollte es werden mit einem Hauch Latakia. Das Ergebnis war dann eine sehr komplexe, schlanke Orientmischung, die weitgehend auf starke Primäraromen verzichtet. Kühl geraucht wundervoll. Hans meinte spontan am Telefon: „So, stelle ich mir vor, muss Tabak schmecken.“ Recht hat er!

Eine weitere Idee, die uns schon länger im Kopf herumspukte, war eine Mischung mit klassischem Zigarrentabak zu versuchen, in unserem Fall mit Havanna und Brasil. Allerdings nicht als Zugabe zu einer normalen Latakia-Mischung, sondern auf Basis von Burley und Perique, also konzeptionell zurück zu unseren Anfängen. Und es sollte ein reiner Pfeifentabak werden, kein Zigarrentabak in der Pfeife! Der Nyala kam 2017 auf den Markt und schlug ein wie eine Bombe. Hans ist hier ein traumhafter Tabak gelungen. Obwohl die Mischung so ungewöhnlich ist, hat der Nyala das Zeug zu einem Klassiker!

Angespornt vom Erfolg des Nyala machten wir uns dann daran, quasi einen Bruder im Geiste zu kreieren, allerdings mit Kentucky und Orient anstatt des Havannas, also mit einer komplett anderen Aromatik. Der Manyara, 2018 erschienen, ist eine sehr eigenständige würzige Mischung mit hoher Grundsüße, die unglaublich gut schmeckt und trotzdem in keine Schublade passt. Wundervoll nach dem Essen mit einem Espresso und einem Grappa!

Was zeichnet die African Line aus? Alle Blends sind sehr eigenständig, verfügen über eine sehr präsente und angenehm natürliche Süße, gepaart mit einer sehr klaren Aromatik der verwendeten Tabake. Allen Mischungen ist eine kontinuierliche stilistische Handschrift eigen, sie sind das Ergebnis eines langwierigen wie reflektierten Entwicklungsprozesses und spiegeln langjährige Erfahrung und Kompetenz wider. Diese Blends sind das Gegenteil von Schnellschüssen! Alle African Line-Tabake eignen sich auch vorzüglich zum Einlagern.

Und warum eigentlich „African Line“? Warum diese afrikanischen Namen? Ganz einfach: weil wir der Tatsache, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der verwendeten Grundtabake in Afrika wächst, sichtbar Rechnung tragen wollen! In diesem Sinne: viel Spaß beim Probieren!

Ihr Peter Hemmer

Über 18? Zum Besuch dieser Website müssen Sie das 18. Lebensjahr vollendet haben.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen